CO-Warner im Rettungsdienst – täglich prüfen, alle 4 Wochen oder gar nicht?
Wie oft muss ein CO-Warner im Rettungsdienst geprüft werden? Alle 4 Wochen? Oder doch täglich? Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an.
Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und tückisch. Rettungskräfte betreten Wohnungen, Keller und Garagen oft als Erste – lange bevor jemand an CO denkt. Der CO-Warner am Körper ist deshalb echte Lebensversicherung. Aber nur, wenn er auch funktioniert.
Prüffristen für CO-Warner: Ehrenamt oder Hauptamt?
Ehrenamtliche Organisationen: alle 4 Wochen
Bei ehrenamtlichen Organisationen, die z. B. in ihrer Freizeit unentgeltlich Sanitätsdienst leisten, gelten 4 Wochen. Vorausgesetzt, diese Organisationen besitzen überhaupt Gaswarn- oder Gasmesstechnik.
Genau hier versuchen wir immer zu helfen: mit Spenden und günstigen Konditionen. Meist gibt es für BOS-Organisationen noch einen kostenlosen Unterrichtsabend zum Thema CO dazu.
Hauptamtliche Rettungsdienste und Feuerwehren: eigentlich täglich
Bei hauptamtlichen Rettungsdiensten, z. B. beim Deutschen Roten Kreuz, sind CO-Warner – auch 24-Monats-Einmalgeräte – eigentlich täglich zu prüfen. Das gilt auch bei Freiwilligen Feuerwehren.
Einen guten Einblick geben die DGUV-Fachbereichsblätter FBFHB-020 „Verfahrensweise zur Durchführung von Anzeigetests bei tragbaren Gaswarngeräten“ und FBFHB-021 „Einsatz von Kohlenmonoxidwarngeräten bei Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen“. Die FBFHB-021 empfiehlt übrigens auch die Alarmschwellen: 20 ppm (Aufmerksamkeit), 60 ppm (Gefährdung) und 200 ppm (Rückzug).
Was? Täglich? Das macht doch niemand!
Stimmt. In der Praxis wird oft nicht einmal alle 4 Wochen geprüft. Der Grund: Die Geräte sind ja 24 Monate „wartungsfrei“ – oder wie auch immer das im Prospekt hieß. Wartungsfrei heißt aber nicht prüffrei. Ein Sensor kann altern, verschmutzen oder vergiftet werden. Das merkt man nur mit Prüfgas.
Bumptest am CO-Warner – der Anzeige- und Funktionstest ist ganz einfach
Ein sogenannter Bumptest, zu Deutsch Anzeige- und Funktionstest, dauert nur Sekunden. Prüfgas drauf, Alarm kommt, fertig.
Prüfgas: Testspray oder Prüfgasflasche
- Testspray mit 12 bar: direkt einsatzbereit, ideal für kleine Einheiten
- Prüfgasflaschen mit 34 oder 58 Litern: mit Druckminderer, wirtschaftlich bei vielen Geräten
Dokumentation: Zettel und Stift reichen
Zur Dokumentation reicht ein Zettel und ein Stift. Außerdem haben die Geräte einen permanenten Datenlogger, der jedes Ereignis speichert – auch jede Prüfung. Auch so ist man bereits rechtssicher unterwegs.
Natürlich lässt sich das alles optimieren.
Praxisbeispiel: Eine vorbildliche Rettungswache
SST1 von Watchgas mit kostenloser Handy-App
Wir haben eine vorbildliche Rettungswache mit innovativen CO-Warnern ausgestattet: dem 24-Monats-Gerät SST1 von Watchgas, inklusive kostenloser Handy-App.
SST Dock: Warner rein, NFC an, Deckel zu – Test erledigt
Aber nicht genug: Dazu gab es ein SST Dock. Warner rein, NFC an, Deckel zu, Test erledigt. Einfacher geht ein Bumptest nicht.
Schulung „Unterwiesene Person – BOS“
Dazu gab es Expertenschulungen für Multiplikatoren und Gruppenschulungen für die Endanwender: „Unterwiesene Person – BOS“ für tragbare CO-Warngeräte.
Noch nicht genug Innovation? SST-Sensoren können mehr
SST-Sensoren sind sehr stabil, extrem schnell und weisen wenig Querempfindlichkeiten auf. Hinzu kommt der Messbereich von 0 bis 2.000 ppm.
Gasfehlalarm im KTW – was ist passiert?
Bei so viel Empfindlichkeit kam es zu einem Problem: Gasfehlalarm im Krankentransportwagen.
Desinfektion ohne Luftaustausch
Das Rettungsdienstpersonal hat nach einem Patiententransport regelkonform mit zugelassenen Reinigungsmitteln gereinigt. Der Rettungsrucksack mit dem Warner befand sich im Innenraum des KTW – und nicht wie meist beim RTW im Außenfach. Es kam zu keinem Luftaustausch. Nach Stunden alarmierten die sensiblen Geräte.
Die realen Geräte zeigten rund 44 ppm an. Die Alarmschwellen liegen nach dem kundeneigenen Leitfaden bei 30 und 200 ppm – Werte, die im Katastrophenschutz noch sehr verbreitet sind – der erste Alarm war also nur eine Frage der Zeit.
Unser Experiment: Betrifft das alle CO-Warner?
Um unserem Kunden ein aussagekräftiges Ergebnis zu liefern, haben wir den Fehlalarm in unserer Werkstatt nachgestellt. Zwei CO-Warner unterschiedlicher Hersteller kamen in ein Glasbecken – der SST1 von Watchgas und ein Vergleichsgerät.
Dann haben wir das Becken mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln ausgewischt und den Deckel geschlossen. Kein Luftaustausch – wie im geschlossenen KTW.
Das Ergebnis: Beide Geräte reagierten, und die Werte lagen wesentlich höher als im Fahrzeug. Der Fehlalarm betrifft also alle Geräte. Er ist kein Problem eines einzelnen Herstellers, sondern eine Frage der Handhabung.
Was bei Desinfektionen zu beachten ist
Im Einsatz sind die Warner schnell und eher vor der Lage. Bei Desinfektionen ist aber – wie bei anderen Herstellern auch – ein bisschen was zu beachten:
- für Luftaustausch sorgen
- den Warner vorher in Sicherheit bringen
Die richtige Trageweise des CO-Warners
Die optimale Trageweise dieser PSA ist ohnehin an der Kleidung, im Umkreis von 30 cm um unsere Atemorgane. Im Rucksack warnt der CO-Warner später – und am falschen Ort.
Was tun bei Fehlalarm?
- Melder an die frische Luft bringen.
- Wenn möglich ausschalten und auslüften lassen.
- Kein Nullabgleich direkt danach: Bei hochwertigen Geräten funktioniert er nicht, weil der Nullpunkt noch zu hoch ist.
- Später wieder in Betrieb nehmen, justieren – und weiter geht's.
Zurück zum regelkonformen Betrieb
Tägliche Erinnerung an den Selbsttest
Unser Kunde hat die Geräte so eingestellt bekommen, dass sie täglich an einen Selbsttest erinnern. Jeder Mitarbeitende kann an zentraler Stelle einen Bumptest durchführen.
Das Ziel: mindestens alle 4 Wochen, mittelfristig täglich. Und wer es vergisst? Nach 5 Wochen nerven die Melder durch regelmäßiges Blinken und Piepen.
RTR-Software: Gerätezustand aller CO-Warner im Blick
Nicht genug. Unsere RTR-Software zeigt den Wachleitern den Zustand aller Geräte auf einen Blick:
- auf welchem Fahrzeug mit welchem Funkrufnamen
- Laufzeit
- Alarme
- Anzeige- und Funktionstests
Fazit: CO-Warner prüfen – einfacher als gedacht
Täglich oder alle 4 Wochen? Das hängt von Ihrer Organisation ab. Klar ist: Ein CO-Warner, der nie geprüft wird, ist nur ein Gefühl von Sicherheit. Mit Prüfgas, Dock, Schulung und Software wird der Bumptest zur Routine.
Wir unterstützen Sie
Ob ehrenamtliche Sanitätsgruppe, Feuerwehr oder hauptamtlicher Rettungsdienst: Wir beraten, schulen und statten aus. Von Praktikern für Praktiker.
TDS Technische Dienstleistungen – Technik, die Sicherheit schafft. Sascha Uffelmann · 63589 Linsengericht · info@technischedienstleistungen.com
Quellen
- DGUV FBFHB-020: Verfahrensweise zur Durchführung von Anzeigetests bei tragbaren Gaswarngeräten
- DGUV FBFHB-021: Einsatz von Kohlenmonoxidwarngeräten bei Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen
Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag ist bewusst in lockerer, teils umgangssprachlicher Form geschrieben. Er ersetzt nicht die geltenden Vorschriften, DGUV-Informationen und Herstellerangaben – maßgeblich sind immer deren aktuelle Fassungen.